INTERVIEW MIT PUR
Pur gibt es schon seit über 30 Jahren und ist aus der deutschen
Musikszene nicht mehr wegzudenken. Gerade haben sie ihr neues Album "Wünsche"
veröffentlicht, das direkt an die Spitze der deutschen Charts eingestiegen ist.
Wir haben Sänger Hartmut Engler zum Interview getroffen.
hitparade.ch: Ihr steht seit mittlerweile über 30 Jahren gemeinsam auf
der Bühne - fasst ihr dabei die Bezeichnung "Altrocker" als Kompliment auf?
Hartmut Engler: Es ist merkwürdig, aber "Altrocker" verbinde ich immer noch mit
den Rolling Stones. Und die sind ja nochmals deutlich älter. Ich glaube, dass es
momentan sehr viele Altrocker gibt. Die Toten Hosen, die Ärzte und all die
ganzen deutschen Bands, die ebenfalls in unserem Alter sind, wären dann auch
schon alles Altrocker. Wenn man bedenkt, wie lange es uns schon gibt, dann ist
die Bezeichnung auf keinen Fall beleidigend. Aber fühlen tue ich mich noch nicht
wie ein Altrocker.
hitparade.ch: Wird die Zusammenarbeit einfacher oder schwieriger je mehr
und länger man sich kennt?
Hartmut Engler: Beides. Die schwierige Seite vermeiden wir dadurch, dass wir die
Arbeitsphasen gut dosieren. Wir kennen uns aus dem Effeff - das macht's dann
wieder einfacher, denn alle gehen arbeitsmässig gut aufeinander ein. Das Andere
ist einfach, dass man sich die nötige Auszeit nimmt, damit man nicht permanent
aufeinander drauf sitzt. Ich meine, es gab Zeiten, da sind wir im Tourbus ein
Jahr lang durch alle Hallen gezogen. Gegen Ende der 90er haben alle dann Kinder
bekommen und so hat sich das mit der Bandfamilie jeweils auf die eigenen
Familien verlagert. Und es muss auch nicht sein, dass wir heute auch noch den
Urlaub zusammen verbringen, früher haben wir das noch gemacht. Wir verstehen uns
alle nach wie vor sehr gut, das macht das Arbeiten angenehm.
hitparade.ch: Das Jahr 2008 habt ihr pausiert - um die Akkus aufzuladen
oder um eigene Projekte verwirklichen zu können?
Hartmut Engler: Wir hatten nie wirklich eine Pause, wir haben uns mit dem neuen
Album einfach sehr viel Zeit gelassen. Das war eher eine Öffentlichkeits-Pause.
Wir waren im Studio und haben gearbeitet, haben aber keine Auftritte gemacht.
Ausser ein einziges Benefizkonzert in unserer Heimatstadt, wir mussten also
nicht verreisen oder auf Tour gehen. Das war eine schöne Abwechslung, aber
ansonsten haben wir nur im Studio gearbeitet.
hitparade.ch: Wie gestaltet sich der Kontakt in der Band in den Zeiten,
in denen ihr nicht gemeinsam musiziert? Geht da jeder bewusst seine eigenen Wege
oder sieht man sich regelmässig zum Gedankenaustausch?
Hartmut Engler: Wir verkehren alle im selben Bekanntenkreis. Wenn einer einen
runden Geburtstag feiert, dann kommen alle von PUR vorbei. Was die Arbeit im
Studio betrifft, da ist vor allem Ingo, der die Musik macht, und ich, der die
Texte schreibt. Und dann kommt Martin als Producer, um das aufzunehmen. Dann
kommen die anderen Musiker dazu und wir hoffen dann inständig, dass es allen
gefällt, was wir uns da ausgedacht haben. Aber im Laufe der Jahre hat sich das
so wunderbar eingespielt. Die sind ganz zufrieden mit dem, was Ingo und ich so
schreiben, und sie wissen, dass man sich auf die Qualität verlassen kann. Alle
stehen jeweils dahinter.
hitparade.ch: Bei der Entstehung dieses Albums seid ihr anders
vorgegangen als bei den letzten Alben. Was ist denn der wesentliche Unterschied
und was war der Grund dafür?
Hartmut Engler: Das liegt an dem Umstand, dass ich wieder komplett zuhause
gewohnt habe. Die Jahre davor war ich ein ziemlicher Weltenbummler. Ich bin viel
gereist und war auch einige Male in der Schweiz. Auch auf Mallorca war ich viel.
Daher habe ich mich bei früheren Alben nie so permanent über längere Zeit so
exklusiv um das Album gekümmert. Dieses Mal hatten wir uns gesagt "Diese Monate
zählt nur eins: Das nächste Album muss ein Knaller werden", und so hingen wir
wirklich die ganze Zeit miteinander im Studio.
hitparade.ch: Seit langem seid ihr eine Kultband in Deutschland und man
könnte fast den Eindruck gewinnen, dass ihr machen könntet was ihr wollt, die
Fans würden es lieben und kaufen. Inwiefern hat man bei Songaufnahmen im
Hinterkopf, dass man so eine große und eingeschworene Fangemeinschaft hinter
sich hat?
Hartmut Engler: Wir haben sehr sehr viele treue Fans. Wir schauen uns aber auch
die Zahlen an, und diese sind in den letzten Jahren immer ein bisschen weniger
geworden. Da packt man sich schon mal an der eigenen Nase und fragt sich, woran
es liegt. Wir haben nachgeforscht und haben dann die Rückmeldungen sehr ernst
genommen. Da kam beispielsweise: "Wir hätten gerne wieder ein bisschen mehr PUR,
so wie es früher war." So diese eingängigen Hymnen, die man so gut mitsingen
kann. Wir haben uns dann mal die letzten paar Alben angehört und mussten uns
eingestehen, dass wir uns musikalisch sehr verwirklicht, aber nicht viel
Rücksicht darauf genommen haben, wie man das als Hörer beim ersten Mal hören
verarbeitet. Wir gingen immer von der Luxus-Idee aus, dass die sich die CD
holen, sich fünfmal anhören und sich dann eine Meinung bilden. Bei diesem Album
haben wir darauf geachtet, dass die Songs sofort auf den Punkt kommen. Es gibt
auch kürzere Songs und das ganze klingt sehr rockig, es klingt nach einer Band.
Keine Ausflüge in Richtung Bläsersätze oder grosses Orchester, wie wir das die
letzten Male gemacht haben. Das ist jetzt so ein richtiges Band-Ding. Es ist
spielbar mit zwei Gitarren, zwei Keyboards… wir sind ja jetzt zu acht unterwegs,
nicht mehr nur zu fünft. Ich freue mich schon darauf, das umzusetzen. Und was
mich besonders freut, ist, dass wir nun auch wieder in der Schweiz unterwegs
sein werden. Am 12. November sind wir im Volkshaus Zürich und am 13. November in
Pratteln im Z7. Wir freuen uns, es sind kleinere Locations. Wir haben uns
gesagt, bevor die grosse Tour in Deutschland losgeht, testen wir das neue
Material in Österreich und in der Schweiz. Auf der Promo-Tour haben wir die
neuen Songs nur Unplugged zum Besten gegeben. Das heisst also, dass diese
Konzerte die ersten sein werden, wo wir die Songs richtig als Band mit dem
grossen Strom-Aggregat spielen werden (lacht).
hitparade.ch: Habt ihr schon Feedback bekommen von den Fans?
Hartmut Engler: Absolut. Wir hatten eine Vorstellung davon, was wir gerne hören
würden. Und genau das steht jetzt, wenn man auf die PUR-Homepage geht. Da steht,
es sei das beste PUR Album seit Abenteuerland. Wenn nicht sogar das beste PUR
Album überhaupt. Und das ist natürlich klasse, wenn man von Fans, die sich da
auch wirklich auskennen, so ein Feedback bekommt. Das hatten wir bei den letzten
CDs nicht.
hitparade.ch: Abenteuerland war schon ein grosser Hit
Hartmut Engler: Ja, das ganze Album eigentlich. Wir haben damals von den Singles
gar nicht so viele verkauft. Aber dieser Song blieb natürlich im Ohr.
hitparade.ch: Habt ihr denn auf dem neuen Album auch wieder einen Song
drauf, der das Potenzial hat, so gross zu werden?
Hartmut Engler: Ich denke, einige davon. Aber natürlich ist diese 6.5
Minuten-Hymne "Wünsche" der Song, der der rote Faden des Albums bildet. Es wird
sicher kein Radio-Renner, nur schon von der Länge her nicht, aber ich denke dass
dieser Song an Konzerten ein Evergreen sein wird.
hitparade.ch: Wie sieht das vom Aufwand aus? Habt ihr schlussendlich
mehr Stunden in das aktuelle Album investiert als früher?
Hartmut Engler: Entstanden ist das Ganze in einem Zeitraum von zwei Jahren. "Die
Beste", das ist ein Duett, das wir damals für einen Auftritt von "PUR & Friends"
geschrieben haben. Das gibt's in Deutschland im Fussballstadion so alle zwei,
drei Jahre. Da haben wir jeweils Gäste, diesen Song hatte ich mit Christina
Stürmer live gesungen. Das ist hier auch der erste Song gewesen, der entstanden
ist für das neue Album. Nun hat Janine Meyer, das ist die Sängerin einer
deutschen Nachwuchsband namens "LuxusLärm", das Duett mit mir gesungen. Sie ist
grossartig. So ging's los und dauerte an bis in diesem Frühjahr, als dann noch
der letzte Song dazukam, sozusagen kurz vor Einsendeschluss (lacht). Das war
dann "Der geschenkte Tag". Alles dazwischen war ein langer Zeitraum, mit einigen
Unterbrechungen. Und ab letzten Herbst waren wir wirklich durchgängig am
arbeiten. Vom Aufwand her war es nicht anders als sonst, wir haben ja unser
eigenes Tonstudio. Aber wir haben mehr Zeit damit verbracht.
hitparade.ch: Wenn ihr vor dreissig Jahren dieses neue Album gehört
hättet, was hättet ihr darüber gedacht und hätte es euch gefallen?
Hartmut Engler: Ich denke schon. Ich kann mich jetzt nicht mehr in den
17-jährigen Hartmut hineinversetzen, aber ich glaube schon, dass mir das
gefallen hätte. Wir haben ja damals die Musik gemacht, die wir machen wollten
und haben das auch konsequent durchgesetzt. Uns war wichtig, dass in unseren
Plattenverträgen stand, dass wir das alleinige Entscheidungsrecht darüber haben,
wie unsere Musik auf einem Album zu klingen hat. Es war ein langer Weg um dahin
zu kommen und der heisst: Wenig Kompromisse. Man sollte schon eine gerade Linie
haben, und das haben wir durchgesetzt. Von daher gab es nie eine Veränderung in
eine Richtung, wo ich sagen würde: "Dem jungen Hartmut hätte das nicht gefallen,
was der alte Hartmut jetzt singt". Das ist konsequent.
hitparade.ch: Erfolgstechnisch gibt es kaum etwas, das ihr nicht
erreicht habt. Was würdet ihr als eure Motivationsfaktoren bezeichnen?
Hartmut Engler: Es gibt viele Erlebnisse, die man nach einer bestimmten Zeit
gerne nochmals erleben würde. Es macht Spass, eine grosse Hallentour zu machen.
Es macht auch Spass, eine kleine Clubtournee zu spielen. Es liegt nicht nur an
der Menge. Wenn es irgendwann mal weniger werden sollte, dann werden wir
trotzdem Spass haben. Das Ziel ist es eigentlich, immer wieder etwas Neues zu
erschaffen, damit man solche Gefühle vielleicht wieder erleben darf. Ich hätte
keine Lust, die ganze Ochsentour nochmals zu machen und das ganze Jahr in
kleinen Clubs zu spielen. Aber ich habe Lust, in Ruhe ein neues Album zu machen
und dann eine Tournee zu machen auf die man sich freuen kann und die auch
überschaubar ist. So kann man gepflegt alt werden.
hitparade.ch: Bei einem Album gibt es ja viele Schritte, von der
Komposition zu den Aufnahmen und Produktion, die Promotion und dann die Tour.
Gibt es Dinge, auf die du dich immer speziell freust und Sachen, die einfach
erledigt werden müssen als notwendiges Übel?
Hartmut Engler: Ich bin nach wie vor derjenige, im Gegensatz zu Ingo und Martin,
meinen anderen beiden Kreativlingen, der nicht so gerne im Studio arbeitet. Ich
freue mich natürlich über jeden Fortschritt und jeder Produktionsschritt ist
spannend, aber ich freue mich total auf der Bühne zu stehen vor den vielen
Leuten, und all diese Dinge umzusetzen. Das ist auch der Grund, warum ich zu
diesem Beruf gekommen bin: Das Auftreten. Man hat ja nicht auf einem Zettel,
dass man als erfolgreicher Musiker unternehmerische Entscheidungen treffen muss,
all die Planungen, die nehmen einem sehr viel Zeit weg von dem, was man
eigentlich macht. Darum bin ich froh, dass wir ein gutes Management um uns
haben. Auch was die Promotion angeht: Am liebsten würde ich einfach sagen: Es
gibt ein neues Album von PUR, hört es euch an. Das wäre für mich die schönste
Promotion, so funktioniert das Leben aber nicht. Also muss ich es den Leuten
erklären und schmackhaft machen. Wenn man ein gutes Album hat, dann fällt es
einem aber leicht und macht mitunter auch Spass, es zu erklären. Aber das ist
nicht die Phase, auf die man sich am meisten freut. Da wird der Samen sozusagen
ausgesät, und bei der Tournee wird geerntet.
hitparade.ch: Gibt es Unterscheide bei der Promotion, wenn Du in
Deutschland bist im Gegensatz zur Schweiz?
Hartmut Engler: In Deutschland ist ein stärkerer Boulevard-Effekt. Da wird viel
über's Privatleben erzählt, was über eine Bildzeitung gut funktioniert oder auch
im Fernsehen. Das steht dort im Vordergrund. Wenn ich in Österreich oder der
Schweiz unterwegs bin, geht es angenehm inhaltlich zu. Da muss ich eigentlich
fast nur über das neue Album sprechen, was ich auch lieber tue.
hitparade.ch: In der Bildzeitung war ja ein Portrait von Dir. Was war
denn deine Motivation, einen Teil deines Privatlebens mit der Öffentlichkeit zu
teilen?
Hartmut Engler: Das geht eigentlich eher andersherum. Irgendjemand erzählt was,
dann kommt die Zeitung und die sagt: "Wir wissen da was. Willst Du was dazu
sagen oder nicht?". Dann kann man es unkommentiert einfach aussitzen, oder man
sagt was dazu. Es wäre nicht meine Art bei einer Zeitung anzurufen und zu sagen:
"Ich hätte da gerne was erzählt". Das ist immer andersherum. Ich hätte lieber
gar nichts gesagt. Ich hätte es lieber bei mir im stillen Kämmerlein ausgesessen
und dann Schwamm drüber (lacht). Dann hätten die Leute bei der neuen Platte
mutmassen können ob ich das alles selbst erlebt oder erfunden habe. Das ist ja
für die Qualität der Songs nicht ausschlaggebend.
hitparade.ch: Seit dem letzten
Album sind ja 3 Jahre vergangen, da hat sich auch im Netz einiges getan. Ihr
habt seit kurzem eure Seiten in Twitter, MySpace und FaceBook. War das mehr ein
Muss, weil das alle ebenfalls machen?
Hartmut Engler: Ich bin ja was dieses Medium angeht ziemlich weit hinter der
Zeit zurück. Ich habe erst seit 1.5 Jahren einen eigenen Laptop. Ich hatte
vorher gar nichts. Jetzt bin ich aber mehr informiert. Ich informiere mich was
die Fans sagen und so, aber ich bin nicht der Spezialist. Wir haben einen
Webmaster, der kennt sich aus und der macht das sogar hauptberuflich. Der bringt
uns überall rein wo es sein muss. Wir haben auch Fans, die eigene Seiten über
uns machen. Es gibt beispielsweise eine "Hartmut Engler Fans"-Seite, die hat
eine furchtbar liebe Frau gemacht, die PUR-Fan ist. Diese Seite schaue ich mir
ab und zu an. Ich habe selbst nichts damit zu tun, finde es aber wunderbar, wie
sich da jemand die Mühe macht immer alles upzudaten und die neusten Dinge
reinzustellen und Informationen verbreitet. Das ist echt ganz klasse. Bei Jedem,
der das als Hobby für sich macht, das find ich das prima. Selber reinstellen tue
ich nichts, auch meine Myspace-Seite wird von einem Fan betreut, auch da bin ich
nicht selbst aktiv. Ich denke je mehr man selber in der Öffentlichkeit steht,
umso vorsichtiger ist man, sich in dieses Netz hineinzubegeben. Was ich weiss
ist, dass wenn man mal etwas reingestellt hat, dann bleibt es auch da und kann
nicht so einfach wieder zurückgenommen werden. Auch was den Zugriff angeht:
Meine E-Mail Adresse haben nur eine handvoll Menschen, denn ich möchte nicht
bombardiert werden und mich übers Netz austauschen. Ich bevorzuge nach wie vor
das direkte Gespräch. Auch lieber als das Telefon. Schreiben tue ich eigentlich
nur, wenn ich Texte schreibe.
hitparade.ch: Es interessieren sich mehr Leute dafür, gerade bei Twitter,
wenn man persönliche Statements abgibt…
Hartmut Engler: Ich habe darüber gelesen, dass es auf Twitter bei den Wahlen
Prognosen gab, bevor die offiziellen Prognosen festgestanden haben. Und auch
dass Obama da mittwittert. Aber ich weiss gar nicht so genau, was das überhaupt
ist, ehrlich gesagt. Ich hab mich da noch nie eingeklinkt.
hitparade.ch: Bei eurer Homepage ist ganz oben ein Link von Twitter
Hartmut Engler: Echt? Muss ich mal gucken (lacht).
hitparade.ch: Im November/Dezember geht ihr auf Tour in Deutschland,
wird die Tour im neuen Jahr noch verlängert?
Hartmut Engler: Ja, das wird weitergehen. Wir möchten jetzt noch ein bisschen
abwarten um zu schauen, wie sich die Platte behauptet, dann planen wir die
Grössenordnung für nächstes Jahr. Spätestens wenn wir auf Tour gehen, ist auch
das nächste Jahr dann geplant.
hitparade.ch: Wie sieht denn der typische PUR-Fan auf Konzerten in der
ersten Reihe aus - oder gibt es diesen gar nicht?
Hartmut Engler: Ich glaube der typische PUR-Fan ist nicht in der ersten Reihe.
Da muss man die Gesamtmenge sehen. Es gab eine Marktanalyse von unserer
Plattenfirma. Der typische PUR-Fan ist eher weiblich. Es hat etwas mehr Prozente
auf der weiblichen Seite. Du weisst was ich meine (lacht). Ich denke wir liegen
so bei 60 - 40 Prozent; Frauen - Männer. Der Rest lässt sich überhaupt nicht
festmachen. Weder von der Altersstruktur noch vom Bildungsniveau oder vom
Einkommen her. Das kann also der Studienrat sein - genauso wie es auch der
ungelernte 17-jährige Arbeiter sein kann. Komplett verrückt, wir können es nicht
so wirklich fassen. Ich denke dass es da so eine emotionale Barriere gibt, die
entscheidet, ob man diese Musik hört oder nicht. Entweder man sagt: "Ich lass
das an mich ran und fühl mich da rein und dann gibt mir das was", oder man hat
eine Hemmung und hat das Gefühl "der Sänger rückt mir zu sehr auf die Pelle,
erzählt mir Sachen, die mich nicht interessieren und ich mag das nicht". Also
ich denke, da entscheidet sich das.
hitparade.ch: Das gerade erschienene Album trägt den Titel "Wünsche" -
Wie sehen Deine aus?
Hartmut Engler: Im Moment ist es sehr einfach. Mir geht's beruflich gut mit dem
Album, mir geht's privat wieder sehr gut, ich bin gesund. Das sind die drei
wichtigsten Dinge. Der einzige Wunsch, den ich habe, ist, dass das bitte eine
lange Zeit so bleiben möge. Nicht, das hinter der nächsten Ecke wieder
irgendwelche Katastrophen lauern (lacht).
hitparade.ch: Kommen wir zur Top 10 der Schweizer Hitparade. Was kannst
Du darüber sagen?
Hartmut Engler: Meine Kinder kennen sicher das ganze Zeug (lacht). Marit Larsen
hab ich glaub schon gehört. Und auch die neue Single von Shakira habe ich einmal
gehört. Ich bin Shakira-Fan, das kann ich zumindest sagen. Und auch die Black
Eyed Peas finde ich meistens sehr innovativ. Das Lied "Gotta Feeling" kenne ich
nicht, aber ich glaube die Single davor war die erste, die mir nicht gefallen
hatte. Das ganz Elektronische, damit kann ich nicht so viel anfangen. Auch David
Guetta feat. Kelly Rowland kenne ich nicht, ich weiss nur, dass sie mal mit
Beyoncé bei Destinys Child gesungen hat. Ich bin da echt nicht so up to date.
Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich in der Zeit, in der wir eine neue Platte
machen, so gut wie keine andere Musik höre. Man ist da wirklich
scheuklappenmässig drauf. Wenn Du den ganzen Tag im Studio bist, hast Du Abends
maximal Lust auf Fernsehen, aber nicht auf noch mehr Musik. Dann bleibt sogar
meistens das Autoradio aus. Insofern kann ich jetzt leider gar nicht viel dazu
sagen. Ausser: Shakira find ich immer klasse! (lacht)